Kleine Geschichte des Amtsgartens Lilienthal

Der Amtsgarten Lilienthal hat die Wechsel der kirchlichen Zeitgeschichte ebenso erlebt, wie die launischen politischen Geschicke Europas, lange bevor es ein gemeinsames Europa gab.

 

1232 wurde durch den Erzbischof Gerhard II. von Bremen das Zisterzienserinnenkloster "vallis liliorum" gegründet. 1262 siedelte das Kloster auf seinen jetzigen Ort um und baute um 1425 die Kirche St. Marien. 1552 trat das Kloster zum lutherischen Glauben über und verlor in der Folgezeit an Bedeutung. 1646 wurden die Nonnen vertrieben und das Kloster geschlossen. Der ehemalige Klostergarten wurde zum Amtsgarten des Amts Lilienthal.

 

An der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert waren Lilienthal und Bremen Zentren der Astronomie mit internationaler Bedeutung. Im Amtsgarten stand das größte Observatorium auf dem europäischen Festland, und es gingen von hier durch Oberamtmann Johann Hieronymus Schroeter entscheidende Impulse für die Astronomie des 19. Jahrhunderts aus. Mit der Lilienthaler Societät von 1800 zur Entdeckung des vermuteten Planeten zwischen Mars- und Jupiterbahn erlebte der Amtsgarten Lilienthal im Beisein von Prinz Adolph Friedrich, Herzog von Cambridge, die Gründung der ersten astronomischen Vereinigung mit einer festen Zielsetzung in Europa.

 

Heute ist die, dank eines großzügigen Mäzens neu gestaltete parkartige Anlage ein Mittelpunkt kultureller und musischer Begegnung.